Architects For Future

"Die Baubranche ist einer der Hauptverursacher für den enormen Ressourcen- und Energieverbrauch in Deutschland."

von Lina Richel, Arlette Schreier, 1. August 2020

Rund 40 % des gesamten CO2 – Ausstoßes entstehen in Deutschland beim Errichten und Unterhalten von Häusern. Jährlich werden über 517 Millionen Tonnen mineralischer Rohstoffe verbaut.

Innenarchitekten*innen und Architekten*innen planen Projekte für die Zukunft. Mit Blick auf Umwelt und Gesellschaft sind diese dann im besten Fall auch nachhaltig. Viele starten mit guten Vorsätzen in bevorstehende Bauprojekte -„nachhaltig“ soll es sein. Häufig lässt der große Zeitdruck, unter dem Bauprojekte stehen, das Thema Nachhaltigkeit dann aber doch in Vergessenheit geraten. Wer eine hohe Rendite erzielen will, muss schnell arbeiten, da bleibt keine Zeit, um nach umweltschonenden Maßnahmen zu recherchieren.

Foto: Ole Frenz

Jetzt muss ein Umdenken her.

Bei Vorsätzen sollte es nicht bleiben, wenn wir unsere Zukunft verantwortungsbewusst mitgestalten wollen. Es ist erforderlich, dass mehr auf ein kooperatives, klima- und ressourcenschonendes Bauen Wert gelegt wird. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir jetzt anfangen etwas in diesem Feld zu bewegen.

Die Initiative Architects for Future will Innenarchitekten*innen, Architekten*innen und allen Akteuren*innen der Baubranche helfen, nachhaltige Interessen zu bündeln, gemeinsames Engagement zu zeigen und eine freiwillige Verpflichtung zur guten Sache zu fördern.

Wer sind Architects for Future? 

Architects for Future stehen solidarisch zur Fridays-for-Future-Bewegung und setzen sich für die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal +1,5° Celsius ein. Sie sind in und mit der Baubranche tätig und arbeiten ehrenamtlich und gemeinnützig.

„Gemeinsam setzen wir uns für eine lebenswerte Zukunft ein, die aktiv und positiv durch die Baubranche bereichert wird.“ – Architects for Future richten sich sowohl an die Baubranche als auch an die gesamte Gesellschaft, um kooperativ auf allen Ebenen zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten und einen nachhaltigen Wandel in die Wege zu leiten.

Seit Februar 2020 befindet sich der gemeinnützige Verein Architects for Future Deutschland e.V. offiziell in der Gründungsphase. Dieser besteht aus überregionalen Organen sowie Projekt- und verschiedenen Ortsgruppen, welche die organisatorische Basis bilden. Ihre Mitglieder treffen sich regelmäßig zum Austausch und bilden Arbeitsgruppen zu den verschiedensten Themen.

Mit ihren 7 Forderungen möchte der Verein zum Umdenken anregen. Im Folgenden zeigen wir 3 der 7 Forderungen auf, die der Verein auf seiner Webseite veröffentlicht hat.

Hinterfragt Abriss kritisch 

Denn dabei werden nicht nur wertvolle und schwindende Ressourcen verschwendet, sondern auch bedeutend mehr Energie verbraucht. Schaut man auf die Energiebilanz des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes fällt auf, dass eine Sanierung jedem Neubau, selbst dem von Passivhäusern, vorzuziehen ist.

Wählt gesunde und klimapositive Materialien 

Tropenholz, PVC-Fußbodenbeläge, Kunstharze, chemische Lösungsmittel – wir können uns für fremde und günstige Materialien entscheiden oder aber anders denken. Alternativen bieten regionale, nachwachsende und gesunde Materialien.

Entwerft für eine offene Gesellschaft 

Der Komfort und die Nutzung der Räume werden sekundär betrachtet, zugunsten einer Gewinnoptimierung der Investoren. Wir sollten uns wieder die Frage stellen, für wen wir eigentlich entwerfen und bauen.

„Die Baubranche ist vielleicht der größte Hebel im Klimaschutz.“ 

Bei Architects for Future geht es vor allem um Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerke und Wissensvermittlung. Der breiten Masse soll die Relevanz der Baubranche aufgezeigt und veraltete Standards im Bauen hinterfragt werden. Einzelne Akteure werden vernetzt, damit Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsam Lösungen gefunden werden können. Es entsteht eine flexible Plattform, die bewältigbare Lösungen teilt, verbreitet und zur Umsetzung anregt. Auf der Webseite von Architects for Future findet man eine Wissens-Datenbank, in der relevante und inhaltlich hochwertige Beiträge veröffentlicht und für jeden zugänglich gemacht werden.

Foto: Elisabeth Riederer

Wie kann man sich selbst engagieren? 

Um sich selbst auch beim Verein zu engagieren, kann man sich direkt über die Webseite des Vereins bei den einzelnen Ortsgruppen melden und mit den Mitgliedern per E-Mail in Kontakt treten.

http://www.architects4future.de

Außerdem findet man im „Mitmach-Kit“ eine Sammlung von Materialien, die viele Fragen beantworten und den Einstieg bei Architects for Future erleichtern sollen.

Seit Kurzem gibt es auch in Mainz eine Ortsgruppe, welche die Thematik Nachhaltigkeit im Bauen vor allem im Bildungssektor präsenter machen möchte. Sie wollen an die Universitäten und Hochschulen herantreten, um ressourcenschonendes Bauen als festen Bestand in die Lehrpläne mit aufzunehmen und Informationsmaterial für Berufseinsteiger*innen zugänglich zu machen.

Neugierig?

Dann melde dich gerne ich bei uns, denn wir suchen immer neue Mitglieder, die mit ihrem freiwilligen Engagement etwas in Bewegung bringen wollen. Schreib einfach eine Mail an mainz.a4f@gmail.com“ – Architects for Future Ortsgruppe Mainz

Logo: Architects for Future